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Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Telegrafie macht Spaß!

Es gibt aber noch mehr gute Gründe! Man sollte also CW lernen,

  • weil man internationale Kontakte ohne Fremdsprachenkenntnisse pflegen kann. Die gebräuchlichen Abkürzungen und Q-Gruppen sind jedem Telegrafisten bekannt. Mit ihnen lassen sich problemlos Funkkontakte durchführen, unabhängig von der jeweiligen Muttersprache. Natürlich kann man in CW auch seine Fremdsprachenkenntnisse pflegen, der Einstieg in einen Funkkontakt ist mit Q-Gruppen und Abkürzungen jedoch sehr leicht. Besonders Funkamateure aus der ehemaligen Sowjetunion freuen sich oft über Kontakte mit deutschen Hobbyfreunden - weil sie dann ihre Deutschkenntnisse praktizieren können!
  • weil europaweite Kontakte in CW zuverlässig möglich sind, ohne sich um die aktuellen Grenzwerte für Herzschrittmacherträger und die Personenschutzgrenzwerte kümmern zu müssen. Die abgestrahlte Leistung kann dazu nämlich unter der Bagatellgrenze bleiben! Auch Nachbars Fernseher bleibt davon unbehelligt. Als Antenne reicht ein unauffälliger Draht, ein Mast mit Richtantenne ist nicht notwendig. Mit CW erspart man sich von vornherein die Probleme, die man z.B. bei SSB-Betrieb und höheren Sendeleistungen vielleicht erst noch lösen müsste.
  • weil gerade bei kleinen Ausgangsleistungen die vorhandene Sendeenergie möglichst effektiv genutzt werden sollte. Ein CW-Signal bündelt die Sendeenergie „in einem Ton", während dieselbe Energie für Kontakte in SSB in ein breites Sprachspektrum verteilt wird. Für denselben Funkerfolg wäre in SSB eine erheblich höhere Ausgangsleistung bzw. mehr Antennenaufwand nötig.
  • weil seltene Stationen erfahrungsgemäss in CW wesentlich leichter zu „erwischen" sind als mit derselben Anlage in anderen Betriebsarten.
  • weil man während eines Kontakts in CW gleichzeitig essen und trinken kann :-)
  • weil mit wenigen Bauteilen vollwertige Funkgeräte für CW selbstgebaut werden können. Viele Hersteller haben spezielle Bausätze im Angebot, die auch von Anfängern zusammengebaut werden können. Für wenig Geld bekommt man dadurch eine vollständige Station.
  • weil ein kleines Funkgerät für CW mit kleiner Ausgangsleistung („QRP-Gerät") mit kleiner Drahtantenne gerade noch ins Wander- oder Urlaubsgepäck passt, ein grösseres Gerät für SSB oder ein Laptop für digitale Betriebsarten aber nicht mehr.
  • weil CW für die Umgebung eine lautlose Betriebsart ist. Zum Hören nehme man einen Kopfhörer, und das Geben geschieht lautlos - schon weckt man beim Funkkontakt nicht mehr die Familie auf oder den Nachbarn im Hotelzimmer nebenan.
  • weil CW eine Kunst ist, die man betreiben kann, ohne sie kaufen zu können.


Sicher gibt es noch mehr gute Gründe dafür, CW zu lernen und zu praktizieren. Gern wird der Vergleich zwischen dem Motorboot und dem Segler bemüht. Das Motorboot ist leichter und schneller am Ziel, aber es gibt trotzdem immer noch Segler, die einfach Spaß am Segeln haben und sich bewusst für das Segeln entscheiden. „Der Weg ist das Ziel" (das Beispiel funktioniert auch mit den Wortpaaren Radfahrer - Auto-/Motorradfahrer und Segelflieger - Motorflieger). So ist es auch bei CW. Wer einwirft, es gäbe Betriebsarten, die Informationen schneller und einfacher übertragen, hat zwar Recht, verkennt aber, dass es dem telegrafierenden Funkamateur ja gar nicht auf die schnelle und einfache Übertragung von Informationen ankommt. Diese Konkurrenzsituation, bei der CW heutzutage naturgemäß schlecht abschneidet, gibt es nicht! Der Funkamateur ist keine kommerzielle Funkstelle, die ihr Geld mit der Übertragung von Informationen verdient. Die meisten dieser Funkstellen sind längst auf andere Betriebsarten umgestiegen; CW im Seefunk war früher die Regel und ist heute die große Ausnahme. Dem Funkamateur macht die Betriebsart als solche eben Freude - nicht mehr und bestimmt nicht weniger!

Darum sollte man auch heute noch CW lernen!